Gina Lückenkemper (Foto © Dirk Gantenberg)
Gina Lückenkemper (Foto © Dirk Gantenberg)

2150 begeisterte Zuschauer sahen Weltklasse-Leichtathletik beim Indoor Meeting Dortmund

Die Neuauflage des Indoor Meeting Dortmund in der Helmut-Körnig war ein voller Erfolg! 2150 Zuschauer verfolgten die spannenden Wettkämpfe und bekamen Leichtathletik auf Weltklasseniveau zu sehen. Allein der Auftritt von Deutschlands schnellsten Sprinterinnen war schon das Eintrittsgeld wert. Gina Lückenkemper rannte zum ersten Mal im Trikot des TSV Bayer 04 Leverkusen - und siegte in neuer Weltjahresbestzeit von 7,11 Sekunden.

Die 21-Jährige verbesserte damit ihre persönliche Bestzeit um drei Hundertstelsekunden. Die Norm für die Hallen-Weltmeisterschaften vom 1. bis 4. März in Birmingham unterbot Gina Lückenkemper genauso wie die Zweitplatzierte Lisa Mayer (Sprinteam Wetzlar) mit 7,17 Sekunden. Bereits im Vorlauf hatte Gina Lückenkemper auf ihre augenblickliche Top-Form aufmerksam gemacht, als sie mit 7,16 Sekunden nur zwei Hundertstelsekunden über ihrer persönlichen Bestzeit blieb. Unter die Sprinterinnen mischte sich zum Hallenauftakt Hürdenläuferin Pamela Dutkiewicz und hinterließ dabei einen überzeugenden Eindruck. Mit 7,35 Sekunden verbesserte die WM-Dritte über 100 Meter Hürden auf der für sie ungewohnten 60 Meter-Flachdistanz als Überraschungsdritte ihre vier Jahre alte Bestzeit um 19 Hundertstelsekunden. "Ich habe riesig auf dieses Rennen gefreut, weil ich auf der Flachdistanz nichts zu verlieren hatte", erläuterte die 26-jährige Wattenscheiderin. Die Portugiesin Lorene Bazolo lief in 7,38 Sekunden auf Rang 4.

Spannende Weitsprung-Entscheidung

Wegen einer Erkältung musste Alexandra Wester (ASV Köln) kurzfristig absagen. Dennoch standen die Weitspringerinnen im Blickpunkt. Es siegte die Kubanerin Yariadmis Arguelles mit guten 6,58 Meter vor Nadja Käther (Hamburger SV, 6,55 m) und Malaika Mihambo (LG Kurpfalz, 6,52 m). Vierte wurde die Wattenscheiderin Sosthene Moguenare mit 6,44 Meter.

Erik Balnuweit (TV Wattenscheid) ist bisher problemlos durch den Winter gekommen und fühlt sich somit in einer hervorragenden Form. Daher ärgerte er sich riesig über seinen Fehlstart im 60 Meter Hürden-Finale. Im Vorlauf hatte der Wattenscheider beachtliche 7,75 Sekunden erzielt. So ging der Sieg im Finale an den Niederländer Koen Smet in 7,81 Sekunden vor Vatali Parakhonka (Weißrussland; 7,85 Sek.) und Artem Shamatryn (Ukraine; 7,86 Sek.). Weitsprungspezialist Alyn Camara schaffte es in 8,28 Sekunden auf Platz 5, Lokalmatador Tobias Vogt belegte Rang 6 (8,36 Sek.).

Hürdensprint auf hohem Niveau

Auf hohem Niveau stand auch der 60 Meter-Hürdensprint der Frauen, in dem Olympiateilnehmerin Nadine Hildebrand (VfL Sindelfingen) als Siegerin vor Ricarda Lobe (MTG Mannheim , 8,11 Sek.) und Monika Zapalska (TV Wattenscheid,8,27 Sek.) mit starken 8,03 Sekunden deutlich unter der Hallen-WM-Norm von 8,14 Sekunden blieb. Vierte wurde die ehemalige Hallen-Europameisterin Eline Berings aus Belgien in 8,29 Sekunden. Eine starke Vorstellung bot auch Peter Emelieze (ASV Köln), der über 60 Meter in 6,61 Sekunden Robin Erewa (TV Wattenscheid, 6,71 Sek.) das Nachsehen gab. Auch er unterbot damit die Hallen-WM-Norm. Zweiter wurde Robin Erewa (TV Wattenscheid 01) in 6,71 Sekunden, gefolgt vom Spanier Angel David Rodriguez in 6,72 Sekunden.

Über 200 Meter gefiel Maurice Huke (TV Wattenscheid), der das Rennen in 21,25 Sekunden knapp vor Steven Müller (LG OVAG Friedberg; 21,28 Sek.) für sich entscheiden konnte. "Darauf kann ich gut aufbauen", freute sich der Wattenscheider. Die gleiche Meinung vertrat die noch zur Jugendklasse zählende Sophia Junk (LG Rhein-Wied), die über 200 Meter in 24,09 Sekunden ungefährdet war. Auf die Frage von Moderator Wolf-Dieter Poschmann, ob sie demnächst nicht einmal zur 400 Meter-Strecke wechseln wolle, antwortete sie: "Das ist sicherlich für mich reizvoll. Aber zunächst konzentriere ich mich weiter auf die 200 Meter." Über 400 Meter der Männer gewann Marvin Schlegel (LAC Erdgas Chemnitz) in 47,57 Sekunden vor dem Kubaner Raidel Acea (48,14 Sek.) und dem Dortmunder Torben Junker (48,42 Sek.)

U23-Europameister knapp geschlagen

Im stark besetzten 1500 Meter-Lauf der Männer konnte Marius Probst (TV Wattenscheid) seine Spurtstärke nicht ausspielen. Im Finish musste der U23-Europameister in 3:44,91 Minuten den beiden Spaniern Jesus Gomez (3:44,33 Min.) und Saul Ordonez (3:44,64 Min.) den Vortritt lassen. Für Stabhochspringerin Katharina Bauer (TSV Bayer 04 Leverkusen) war 2017 wegen einer schweren Handverletzung lediglich ein Übergangsjahr. Die 27-Jährige, die in der Halle bereits 4,60 m (2015) meisterte, steckt wieder voller Pläne. In Dortmund schwang sie sich über respektable 4,52 Meter und setzte sich damit vor Stefanie Dauber (SSV Ulm, 1846, 4,40 m) und Martina Schultze (LAV Stadtwerke Tübingen, 4,40 m) durch. Im Vorprogramm erzielten die Jugendlichen Mohumed Mohamed (3:52,93 Min.) und Elias Schreml (3:54,00 Min.) im 1500 Meter-B-Lauf jeweils eine neue persönliche Bestzeit. Einen Tag nach ihrem 1500 Meter-Titelgewinn bei den westfälischen Hallenmeisterschaften zeigte Lea Kruse (FC Schalke 04) keine Spur von Müdigkeit und überzeugte bei ihrem überlegenen Erfolg in 2:13,51 Minuten.

Auch für den Leichtathletik-Nachwuchs wurde das Indoor Meeting Dortmund zu einem besonderen Erlebnis, denn die beifallfreudigen Zuschauer gingen vom ersten Startschuss an begeistert mit und bejubelten schon zu Beginn die unter 12 Jahre alten Jungen bei ihrer 4x50- Meter-Staffel. Es war ein schöner Abschluss der Veranstaltung als über 50 Mädchen und Jungen nach dem letzten Wettbewerb winkend um die Bahn liefen und sich nach einem tollen Nachmittag verabschiedeten. Mit starken Leistungen sorgten die Mädchen und Jungen im Vorprogramm für den richtigen Auftakt. So lief unter anderem die 14jährige Kira Schroeder von der LG Olympia Dortmund über 800 Meter der U16 zu einer neuen Bestzeit von 2:16,59 Minuten.

Neuauflage 2019?

Nach den positiven Erfahrungen, die man nach der Neuauflage des Indoors Meetings sammelte, zeigt man sich bei den Verantwortlichen der LG Olympia Dortmund entschlossen, diese Veranstaltung auch in Zukunft fortzuführen. Meetingdirektor Bernhard Bußmann wies jedoch darauf hin, dass es diesbezüglich keinen Automatismus gibt: "Wir werden uns in Kürze zusammensetzen und die Neuauflage analysieren. Dabei dürfen wir nicht nur die Zuschauerzahl im Blickfeld haben. Wenn wir die Veranstaltung weiter ausbauen möchten, benötigen wir auch weitere Sponsoren. Diese Frage wird genauso wichtig sein", erklärte Bußmann.

Hier gelangen Sie zur Ergebnisliste des Indoor Meeting Dortmund 2018: